Canon Spiegelreflexkamera EOS 80D - Meine Meinung

Die Canon 80D  - Mit 24 Megapixel und 45 AF-Felder ist sie mit teils höherer Empfindlichkeit ausgestattet als die 70D - dies sind die wesentlichen Neuerungen der EOS 80D. Gegenüber dem Vorgängermodel 70D-Vorgänger liefert eine Erhöhung zu den 20 Megapixel und 19 AF-Felder. Optimierungen finden sich auch beim Videomodus, der an der 80D jetzt in Full HD bis 60 B/Sek. unterstützt, auch eine neue Kopfhörer-Buchse ist eingebaut.

 

 

Sensor:

Der APS-C-Bildsensor mit 1,6x-Crop wurde um rund 4 Megapixel erhöht und liefert anstelle von 20 jetzt 24 Megapixel. Damit liegt er auf dem Niveau der EOS 750D / 760D bzw. einer spiegellosen EOS M3. Statt nominell 5.472 liefert er in der Bildbreite 6.000 Pixel!

 

Autofokus:

Anstelle von 19 sind jetzt 45 Kreuzsensoren für die Fokussierung zuständig, von denen bis zu 27 eine Lichtstärke bis f8 unterstützen und so auch außerhalb der Liveview Telekonverterkombinationen im AF-Betrieb ermöglichen. So kann man z.B. ein Canon 100-400mm plus einem 1,4x-Telekonverter kombinieren (=f8 in der Endbrennweite) und auf den AF-Betrieb zurückgreifen, was sucherbasiert am Vorgänger nicht unterstützt wird. Damit liegt er auf dem Niveau der vollformatigen EOS 6D bzw. einer 7D Mark 2, wo Fokussierungen bei Vollmondscheinhelligkeiten noch - je nach Motivkontrast und genutzter Objektivlichtstärke - durchaus realisierbar sind.

 

Live View:

Dual Pixel auch im Livebild-Fotomodus mit kontinuierlichem AF
Das 80D-AF-System greift in der Liveview und im Videomodus ebenfalls auf die schon in der 70dD und auch 7D II bzw. 1Dx II arbeitende Dual Pixel-Technologie zurück, die einen schnellen und regelmäßig pumpfreien kontinuierlichen Autofokus sicherstellt. Hingegen bei EOS 700 D , 750 D oder 760D hingegen ein Livebild- bzw. Video-AF, der nur mit vereinzelten Bildpixeln einen kontinuielrichen Aufotokusbetrieb mit der sogenannten Phasenerkennung (Abstandsmessung mit direkter Fokusansteuerung nach dem Triangulationsverfahren) etwas weniger zuverlässig realisiert. Neu gegenüber der 70D ist dabei aber eine Geschwindigkeitsanpassungsmöglichkeit und generell bei Dual-Pixel-fähigen Canon-DSLR auch die Unterstützung eines kontinuierlichen AF-Betriebes im livebildgestützten Fotomodus mit bis zu 5 Bildern/Sek.

Praktisch heißt das, man kann an der EOS 80D das Livebild starten, den Auslöser halb gedrückt halten und Bewegtmotive nicht nur mit dem kontinuierlichen AI-Servomodus und Einzelfeld verfolgen sondern die Fokusebene auch per Fingertouch verlagern und im passenden Moment den Auslöser bei aktivem Serienbildmodus durchdrücken. Das funktioniert im Prinzip schon an neueren EOS 760D/750D, dort greift aber die etwas weniger starke Livebild-Fokus-Technologie "Hybrid CMOS AF III" ein.

 

Technische Goodies:

Die generelle Serienbildgeschwindigkeit liegt auf dem Vorgänger-Niveau mit bis zu 7 Bildern/Sek. soll jetzt aber anstelle 16 bis zu 25 RAW in Folge bzw. 110 JPEGs mit einer UHS-I-SD-Karte unterstützen. Ähnlich wie an den EOS 5Ds-Modellen soll an der 80D ein neues Mirror-Vibration-Control-System den Spiegelschlag motorgesteuert dämpfen und so auch Erschütterungsunschärfen minimieren.

Wie das an der EOS 70D vorhandene Wifi-Funktion ,wird jetzt auch die NFC-Technologie unterstützt. So lässt sich mit damit ausgestatteten Android-Smartgeräten eine vereinfachte Verbindung aufbauen.
Funktional ist ein Custom-Programm C2 am Programmwahlrad ergänzt worden. Intern wird ein Timer incl. Langzeitbelichtungs-Unterstützung geboten, wobei zudem - ähnlich wie an den 5Ds-Modellen - auch Zeitraffer-Video erstellt werden können.

Der Videomodus hat ein schönes Update erhalten , und unterstützt in Full HD bis zu 60 Bilder/Sek. Für Kontrollzwecke kann der Videoton auch per Kopfhörer abgehört werden.
Neues Standardzoom mit höherer AF-Geschwindigkeit
Das neue Objektiv EF-S 18-135mm/ 3,5 - 5,6 IS USM soll einen neuen Ultraschall-Motor bieten, den Canon als Nano USM bezeichnet. Er steigert die Fokussiergeschwindigkeit laut Hersteller im Weitwinkel um das 2,5x und 4,3x in Telestellung. Dabei soll es ähnlich geräuscharm wie das vorhandene 18-135mm IS STM arbeiten. Der Bildstabilisator ist mit einer Effektivität von 4 Stufen Verwacklungsausgleich angegeben (lt. CIPA). Motorgesteuert kann das neue Objektiv kontrolliert werden, wenn man eine optionale Powerzoom-Einheit erwirbt, für die eine Schnittstelle vorhanden ist. Die motorgestützte Steuerung soll auch drahtlos am Smartgerät bzw. per PC-Remotesoftware möglich sein.

 

Meine Meinung:

 

Super, dass Canon an der EOS 80D ein potenteres AF-System mit 45 statt 19 Kreuzsensoren und höheren Empfindlichkeiten bereitstellt. Letzteres ermöglicht Telekonverter-Kombinationen auch im sucherbasierten Betrieb. Der Sucher bietet jetzt statt 98 immerhin 100% bleibt aber bei der bekannten, mittleren Größe (von 0,58x KB). Auch Videofilmer werden sich über die Kopfhörer-Abhörmöglichkeit und bis 60B/Sek. in Full HD freuen. Ein interner Timer ist willkommen.

Eine Revolution wie mit Einführung der Dual Pixel-Technologie bei der 70D von Canon ausgerufen, dürfte die EOS 80D hingegen nicht sein. Dafür sind technologisch gesamt zu wenig Innovationen erkennbar. Aber die eh schon sehr leistungsfähige 70D ist mit der EOS 80D dennoch einen Schritt leistungsfähiger geworden!

Der Autofokus und Video sind die Themen, die Canon an der EOS 80D im Wesentlichen gegenüber der EOS 70D modernisiert. Mehr AF-Felder und höhere Empfindlichkeiten sind sicherlich angenehm. Auch ein menügestütztes Tuning der Nachführgeschwindigkeit ist im Videomodus für Pull-Fokus-Effekte interessant. Videofilmer werden auch die Abhörmöglichkeit via Kopfhörer-Ausgangsbuchse oder die bis zu 60 Bilder/Sek. in Full HD begrüßen.Das Upgrade von 20 auf 24 Megapixel dürfte ein kleines Plus an Bildqualität bringen. In meiner Wertung der ebenfalls mit 24 Megapixel arbeitenden EOS 760D ergeben sich gegenüber dem 20 Megapixel-Sensor der 70D etwas bessere Auflösungswerte (max 3.288 Linien gegenüber 2.779 bei ISO 100 f4 bzw. f5,6) aber auch ein etwas höheres Rauschniveau. Letzteres ist auf die von 4,1 auf 3,7µm verkleinerten Pixel zurückzuführen. Unterm Strich macht der 760D-Sensor einen in der Praxis kaum spürbaren Performancesprung von 3% im Vergleich zur 70D. Ähnlich ist auch die Performance für die 80D.


Einen kamerainternen Timer findet man schon in der EOS 7D II bzw. den 5Ds-Modellen. Einstellmöglichkeiten bis lediglich 99 Einzelbilder bieten eine unverständlich geringe Auswahl aber man kann auch auf Unendlich einstellen. Hilfreich ist der Timer aber auch, um die Zeit für Langzeitbelichtungen vorzugeben.

 

Zusammenfassung:

Insgesamt liefert die EOS 80D einen guten Performance-Schub, ohne dabei den größeren Modellen wie einer noch robusteren und schnelleren EOS 7D II das Wasser komplett abzugraben. Die Neuerungen halten sich aber in Grenzen, Canon hätte doch endlich auch einen 4K-Videomodus oder zumindest kleinere Annehmlichkeiten wie Fokuspeaking (EOS 760D / EOS M3) bzw. eine Zebrafunktion verbauen dürfen.

Trotzdem ist die EOS 80D eine leistungsfähige Kamera für anspruchsvolle Fotografen. Die komplette Ausstattung, sehr griffigem Body, mit touchfähigem Schwenkmonitor, schnellem Video-AF, interner Wifi-Funktion und optischem Sucher sind für den anspruchsvollen Anwender von Canon richtig gut verarbeitet worden.

Daumen hoch !

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